"Sibylle Mertens, die rebellische Archäologin" - Artikel von Lavinia Capogna (German/Italian/English)
Sibylle Mertens, die rebellische Archäologin
Artikel von Lavinia Capogna
(Die Originalfassung des Artikels ist auf Italienisch verfasst. 2026)
Obwohl Genua Sibylle Mertens im Stadtteil Sturla eine Straße gewidmet hat (Via Sibilla Mertens), da sie eine Wohltäterin der Stadt war, ist sie in Italien kaum bekannt.
Sie lebte auch mehrere Jahre in Rom und ruht auf dem Deutschen Friedhof im Vatikan.
Sibylle Mertens war die erste Archäologin, eine leidenschaftliche Sammlerin und Forscherin römischer Fundstücke, Münzen und Edelsteine. Ihre Sammlungen befinden sich in renommierten Museen wie dem British Museum in London, dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem Royal Ontario Museum in Toronto, der Klassik Stiftung Weimar und dem Akademischen Kunstmuseum in Bonn sowie in einigen Privatsammlungen.
Seine Familie, die Schaaffhausens, stammte aus Köln und war durch den Textilhandel und später durch die Gründung einer Bank zu großem Reichtum gekommen – ein lukratives Geschäft in der Zeit des aufkommenden Kapitalismus.
Ihr Vater hatte mit fast vierzig Jahren eine dreiunddreißigjährige Frau geheiratet, die Tochter eines Rheinschiffer.
Diese Verbindung war von den Familienangehörigen missbilligt worden, doch er hatte sich nicht beirren lassen. 1797 war ihre einzige Tochter, Sibylle, geboren worden, und eine Woche später war die Mutter leider verstorben.
Sie wuchs bei der zweiten Frau ihres Vaters auf, einer Frau, die ihr keinerlei Zuneigung entgegenbrachte, sowie bei den neuen Kindern ihres Vaters.
Sie war ein besonderes Mädchen: hübsch, mit gewelltem Haar, einem intelligenten Blick, etwas Exotischem im Gesicht mit breiten Wangenknochen und einer ungewöhnlich modernen Ausstrahlung.
Sie liebte es, Klavier zu spielen, wofür sie Talent hatte. Sie war zum Studium in ein Internat in Belgien für Mädchen aus gutem Hause geschickt worden, doch mit 19 Jahren musste sie einen 34-jährigen, ungehobelten und jähzornigen Mann heiraten, Louis Mertens. Eine weniger gelungene Ehe kann man sich kaum vorstellen.
Mertens, ein ehemaliger Weinhändler aus Bonn, der später Bankier geworden war, interessierte sich überhaupt nicht für Kunst, Musik oder gute Manieren. Sibylle, die – wie ihre späteren Beziehungen zeigen sollten – lesbisch war, fand sich mit einem gefühllosen Mann zusammen, der unfähig war, sie zu verstehen.
Einer Freundin zufolge war ihre Ehe die reinste Hölle.
Innerhalb weniger Jahre bekam Sibylle sechs Kinder, und – was beunruhigend war – sie hatten den Charakter ihres Vaters geerbt!
Sibylles sexuelle Orientierung wird auch heute noch in verschiedenen Artikeln geleugnet; ein englischer Essayist spricht von „treuer Freundschaft“, doch die deutsche Schriftstellerin Angela Steidele hat dies in ihrem hervorragenden Essay „Geschichte einer Liebe: Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens“ (2011) anhand von Briefen und Tagebüchern historisch belegt.
Das Buch erzählt die lange Liebesgeschichte zwischen Sibylle und Adele Schopenhauer.
Ich bin Adele Schopenhauer zum ersten Mal literarisch begegnet, als ich Thomas Manns entzückenden Roman „Carlotta in Weimar“ las.
Sie war Schriftstellerin; einige ihrer Werke sind noch heute auffindbar, wie zum Beispiel der Roman „Anne“. Außerdem verfasste sie einen Reiseführer über Florenz.
Auch Adele hatte keine einfache Familie: Sie war die Schwester des Philosophen Arthur Schopenhauer.
Ihre Mutter, Johanna Schopenhauer, ebenfalls Schriftstellerin, scheint eine ziemlich anspruchsvolle Person gewesen zu sein, die einen hohen Lebensstandard bevorzugte, und Arthur war ein Menschenfeind, lieblos und frauenfeindlich (was kein Angriff auf seine Philosophie ist).
Er und seine Mutter hatten ein sehr schlechtes Verhältnis zueinander. Adele schlug sich weder auf die eine noch auf die andere Seite, sondern blieb bei ihrer Mutter.
Johanna Schopenhauer unterhielt in Weimar einen renommierten literarischen Salon, dessen größter Glanz darin bestand, dass auch der betagte Goethe ihn besuchte, der sich mit der jungen Adele anfreundete.
Als eine Bank, der Johanna ihre gesamten Ersparnisse anvertraut hatte, spektakulär bankrott ging, gerieten Adele und ihre Mutter in große finanzielle Not. Arthur, der klüger gewesen war, setzte sein einsames und wohlhabendes Leben fort und sinnierte über den menschlichen Charakter, ohne ihnen zu helfen.
Seit ihrer Jugend hatte sich Adele romantisch in Ottilie von Pogwisch verliebt, eine sehr hübsche Gleichaltrige, die August von Goethe in einer weiteren katastrophalen Ehe heiraten sollte.
August war Goethes einziger Sohn. Der Vater war nicht nur der Autor von „Faust“, sondern auch ein vielseitiger, vielseitig begabter Mann voller Interessen, Maler, Botaniker, Theaterregisseur, Dichter, Reisender und Hellseher, der mit nur 25 Jahren dank seines in vier Wochen geschriebenen autobiografischen Romans „Die Leiden des jungen Werther“ berühmt geworden war. August hingegen scheint ein Mann ohne Beruf und Stand gewesen zu sein, jähzornig, alkoholabhängig, vielleicht unwohl in der Rolle als Sohn des berühmtesten Deutschen der Welt.
Ottilie erwiderte Adeles Liebe mit einer schwesterlichen Freundschaft, die ein Leben lang hielt.
Im Jahr 1828 lernte Adele Sibylle kennen. Sie waren gleich alt, 31 Jahre.
Adele war brünett, hatte ein gutes Herz und zeichnete wunderschöne Silhouetten, jene damals sehr beliebten schwarzen Porträts oder Kompositionen, die durch akribische Arbeit mit Karton und einer feinen Schere entstanden.
Sie hatte auf die Heirat mit einem steinreichen Mann verzichtet, einem Grundbesitzer mit einem Vermögen von gut 30.000 Talern, einem riesigen Vermögen, weil sie sich jemanden wünschte, mit dem sie eine tiefe emotionale und sentimentale Verbindung eingehen konnte.
Sibylle war von ihrer Ehe mit Mertens erschöpft. Sie schrieb, dass ein schlechtes Leben und Unglück den Menschen auch menschlich verderben.
Zwischen Sibylle und Adele entstand eine Freundschaft, die sich später in eine große Liebe verwandelte.
Sie hatten eine fünfjährige Beziehung, die von einigen Krisen unterbrochen und von Mertens heftig bekämpft wurde.
Adele hatte ihr sogar vorgeschlagen, sich scheiden zu lassen und ein gemeinsames Leben aufzubauen (in einigen deutschen Königreichen war die Scheidung möglich), aber Sibylle konnte einen so revolutionären Vorschlag nicht annehmen.
Im Jahr 1835 musste Sibylle auf Anweisung ihres Arztes nach Genua ziehen. Italien mit seinem milderen Klima als in Deutschland und vor allem die ligurische Riviera wirkten heilend auf viele Krankheiten.
Sie hatte durch einen Sturz schwere Beschwerden davongetragen.
Der Aufenthalt in Genua zog sich länger hin als erwartet. Sibylle liebte den blauen Himmel, das Meer, die üppige Natur und die Düfte, doch die Armut und die Unfähigkeit der italienischen Königreiche beunruhigten sie. Es gab keine Verbesserungen, man hatte ihr die Bücher beschlagnahmt, überall gab es Grenzen und Mautstellen, Staub, Räuber, aber auch einige kluge Intellektuelle, mit denen sie sich anfreundete und die ebenso fortschrittliche Ideen hatten wie sie.
Man nannte sie „die Gräfin vom Rhein“, obwohl sie nicht adelig war.
Hier lernte sie Laurina Spinola kennen, eine junge Witwe von knapp über zwanzig Jahren, die aus einer der ältesten und aristokratischsten Familien Italiens stammte. Laurina wirkte schüchtern und zurückhaltend; sie war eine Gegnerin der österreichischen Invasoren in der Lombardo-Venetien.
Sie war neun Jahre jünger als Sibylle. Sie war eine Freundin und Anhängerin von Giuseppe Mazzini.
Sie unterhielten sich auf Französisch.
Es entstand eine Liebe, die die beiden Frauen tief prägte, während in der Stadt die Cholera ausbrach.
Sibylle und die anderen suchten Zuflucht in einer Villa in den Hügeln, und Sibylle setzte sich unermüdlich für Waisenkinder und arme Menschen ein, spendete große Summen und rettete Kunstwerke – dafür widmete ihr die Stadt lange Zeit später eine Straße.
Jeden Tag legte Laurina ihr Rosen oder Gladiolen hin, die sie im Garten gepflückt hatte.
Sibylle war endlich frei, und nach einiger Zeit stellte sie sich die Frage nach den Gefühlen zwischen ihr und Laurina.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es keinen Begriff, um eine Liebe zwischen zwei Frauen zu definieren. Es gab nichts außer den Fragmenten von Sappho, die als skandalös galten.
Im 18. Jahrhundert war in Frankreich das Wort „lesbienne“ geprägt worden, aber es war wenig bekannt und wurde kaum verwendet.
Um eine Beziehung zu beschreiben, sprach man in England und an der Westküste der Vereinigten Staaten von einer „A romantic friendship“.
In Deutschland nannte man eine Partnerin „Freundin“.
Man wusste, dass es zwei irische Frauen gab, die gemeinsam geflohen waren und in Wales in England lebten, die Ladies von Llangollen, Freundinnen des großen Dichters William Wordsworth, doch weibliche Homosexualität blieb verborgen, unausgesprochen, verboten.
Es gab keine Vorbilder.
Sie wurde von der Gesellschaft abgelehnt, weil sie das Mann-Frau-Modell, auf dem die Gesellschaft beruhte, in Frage stellte; sie galt als Extravaganz, fast als Wahnsinn.
Niemand wollte zugeben, dass Gefühle spontan entstehen und dass man sie, sofern sie anderen nicht schaden, frei fließen lassen sollte.
Sibylle schrieb nach Laurinas frühem Tod im Jahr 1838 in ihre Tagebücher: „Eine solche Liebe, so empfand auch sie, war anderen nicht mitteilbar, ja, sie war kaum selbst für einen selbst verständlich.
Ich kann mit niemandem über meine Gefühle diesbezüglich sprechen: Wer könnte mich denn schon verstehen?
Manchmal ist es sogar für mich selbst ein Rätsel, für das meinem Verstand die Schlüssel fehlen (um es zu entschlüsseln) und dessen Lösung nur in meinem Herzen erahnt werden kann.“
In der Zwischenzeit hatte Adele einige Verehrer, Bürgerliche, die jedoch im Moment eines ernsthaften Heiratsantrags verschwanden: Sie war nicht reich. Sie erhielt freundliche Briefe von Sibylle, war ihr gegenüber jedoch ein wenig gekränkt.
Für Sibylle, die von ihrem Mann gezwungen wurde, nach Deutschland zurückzukehren, war Laurinas Tod ein unerträglicher Schmerz.
Vier Jahre später, im Jahr 1842, starb der bereits kranke Mertens während einer Reise mit einer seiner Töchter.
Sibylle war erschüttert, schrieb jedoch wenige Wochen später an Adele, die an einem anderen Ort lebte.
Die Schwiegersöhne und später auch die Söhne verbündeten sich und zogen Sibylle in einen langen und komplizierten Rechtsstreit, obwohl sie sich nichts zuschulden kommen lassen hatte. Es ging nicht nur um ein riesiges Vermögen, sondern auch um Sibylle selbst: eine unabhängige, zugleich verletzliche und entschlossene Frau, leidenschaftlich und (was seltsam anmutet) versiert in Archäologie, mit fortschrittlichen Ideen und lesbisch – das war zu viel für die gierigen und konformistischen Erben von Mertens.
Sie war das Gegenteil der vorbildlichen Frau des 19. Jahrhunderts, unterwürfig, schweigsam, treue und tugendhafte Ehefrau.
1848/49 schloss sie sich den revolutionären Unruhen an, die Europa erschütterten. Sie hoffte auf ein fortschrittliches und demokratisches Deutschland, doch die Preußen töteten zweihundert Berliner.
Sibylle und Adele flohen nach Rom.
Adele wollte ihre Ausgaben selbst tragen und ihrer wiedergefundenen Partnerin keine Last auferlegen.
Zunächst wohnten sie in der schönen Via Gregoriana und später in einer Wohnung mit Blick auf den Fontana di Trevi.
Es war ein Rom, in dem sich neben den berühmten Ruinen die Landschaft, Gassen, kleine Straßen, Gärten und Innenhöfe mit Brunnen befanden.
Sibylle eröffnete einen literarischen Salon, in dem sich gebildete Menschen, Schriftsteller und Kunstliebhaber trafen.
Sie wurde zur Teilnahme an den wissenschaftlichen Sitzungen des Archäologischen Instituts zugelassen, was für eine Frau damals undenkbar war.
Adele starb 1849 im Alter von 52 Jahren.
Sibylle im Alter von 60 Jahren im Jahr 1857.
Jahre zuvor waren sie in einer Nacht mit starkem Regen in Rom angekommen. Sibylles eigene Kutsche war kaputtgegangen, und jemand hatte ihnen eine Mitfahrgelegenheit zu einem renommierten Hotel in der Altstadt gegeben. Die Hoteliers hatten die beiden Ausländerinnen in ihren eher schlichten, zerzausten Kleidern jedoch misstrauisch beäugt. Sibylle trug ihr Haar nicht, wie es üblich war, bis zur Taille, sondern schulterlang. Adele war ziemlich groß und schlank.
Dann trafen die zahlreichen Bediensteten von Sibylle ein, mit Fackeln, Dienstmädchen und Diener, die im rheinischen Dialekt und auf Französisch sprachen.
Die Hoteliers waren daraufhin unterwürfig und zuvorkommend geworden und hatten sie auf ihre Zimmer begleitet.
"Sibylle Mertens, archeologa ribelle"
Articolo di Lavinia Capogna
Nonostante Genova abbia dedicato una strada a Sibylle Mertens (via Sibilla Mertens) nel quartiere di Sturla perché è stata una benefattrice della città, ella è poco conosciuta in Italia.
Visse anni anche a Roma e riposa nel cimitero teutonico in Vaticano.
Sibylle Mertens fu la prima archeologa, appassionata e studiosa di reperti romani, monete, gemme. Le sue collezioni si trovano in musei prestigiosi come il British Museum a Londra, The Metropolitan Museum of Art a New York, il Royal Ontario Museum di Toronto, al Klassik Stiftung Weimar e all'Akademisches Kunstmuseum di Bonn e in alcune private.
La sua era una famiglia di Köln, i Schaaffhausen, che era diventata molto ricca con il commercio di tessuti e poi fondando una banca, un'attività redditizia nel tempo del nascente capitalismo.
Il padre si era sposato a quasi quarant'anni con una donna di trentatré, figlia di un barcaiolo del Reno.
Questa unione era stata disapprovata dai familiari ma lui non aveva ceduto. Nel 1797 era nata la loro unica figlia, Sibylle, e una settimana dopo la madre era purtroppo deceduta.
Lei era cresciuta con la seconda moglie del padre, una donna che non le dava alcun affetto e i nuovi figli del padre.
Era una ragazzina particolare: carina, con capelli ondulati, uno sguardo intelligente, qualcosa di un po' esotico nel viso con zigomi larghi e un'aria insolitamente moderna.
Amava suonare il pianoforte per il quale aveva talento. Era stata mandata a studiare in un pensionato in Belgio per ragazze di buona famiglia ma a 19 anni aveva dovuto sposare un 34enne rozzo e collerico, Louis Mertens. Non si può immaginare matrimonio meno riuscito.
A Mertens, che era un commerciante di vini di Bonn diventato poi banchiere, non interessavano per nulla l'arte, la musica, le buone maniere. Sibylle che come dimostreranno i suoi affetti futuri era lesbica si vide insieme ad un uomo insensibile, incapace di comprenderla.
Secondo un'amica, il loro matrimonio fu un vero inferno.
In pochi anni Sibylle ebbe ben sei figli e - cosa preoccupante - avevano preso il carattere del papà!
L'orientamento sentimentale di Sibylle viene ancora oggi negato in vari articoli, un saggista inglese parla di "leale amicizia" ma la scrittrice tedesca Angela Steidele nel suo ottimo saggio "Geschichte einer Liebe: Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens" (2011) avendo avuto accesso a lettere e diari lo ha storicamente dimostrato.
Il titolo tradotto suona "Storia di un amore" e il libro racconta la lunga storia sentimentale tra Sibylle e Adele Schopenauer.
Io mi imbattei letterariamente in Adele Schopenhauer per la prima volta quando lessi quel delizioso romanzo che è "Carlotta a Weimar" di Thomas Mann.
Ella fu una scrittrice, alcune sue opere sono ancora rintracciabili oggi come il romanzo "Anne". Fu anche autrice di una guida di Firenze.
Anche Adele aveva una famiglia non facile: era la sorella del filosofo Arthur Schopenhauer.
La loro madre, Johanna Schopenhauer, scrittrice, sembra fosse una persona piuttosto esigente, che prediligeva un alto tenore di vita e Arthur era un misantropo, privo di affetto e misogino (il che non è un attacco alla sua filosofia).
Lui e la madre avevano pessimi rapporti. Adele non si schierò né con l'una né con l'altro ma rimase insieme alla madre.
Johanna Schopenhauer aveva un rinomato salotto letterario a Weimar il cui lustro principale era costituito dal fatto che lo frequentasse anche l'anziano Goethe che divenne amico della giovane Adele.
Quando una banca alla quale Johanna aveva affidato tutti i suoi risparmi fece clamorosamente bancarotta, Adele e la madre ebbero un gran tracollo finanziario. Arthur, che era stato più scaltro, proseguì la sua vita solitaria e agiata meditando sul carattere umano senza aiutarle.
Fin dall'adolescenza Adele si era romanticamente innamorata di Ottilie von Pogwisch, una sua coetanea assai carina, che avrebbe sposato August von Goethe in un altro disastroso matrimonio.
August era l'unico figlio di Goethe. Il padre oltre ad essere l'autore del "Faust" era anche un uomo eclettico, versatile, pieno di interessi, pittore, botanico, regista teatrale, poeta, viaggiatore e sensitivo che a soli 25 anni era diventato celebre grazie al suo romanzo autobiografico scritto in quattro settimane, "I dolori del giovane Werther". Sembra che August fosse invece un ragazzo senza arte né parte, irascibile, alcolista, forse a disagio nel ruolo di figlio del tedesco più famoso nel mondo.
Ottilie ricambiò l'amore di Adele con una fraterna amicizia che durò tutta la vita.
Nel 1828 Adele conobbe Sibylle. Avevano la stessa età, 31 anni.
Adele era bruna, aveva buon cuore e disegnava bellissime silhouette, quei ritratti o composizioni nere in gran voga allora che si creavano lavorando minuziosamente con cartoncini e forbici sottili.
Aveva rinunciato al matrimonio con un uomo ricchissimo, un possidente di ben 30.000 talleri, un gran patrimonio, perché desiderava incontrare qualcuno con cui avere un legame emotivo e sentimentale importante.
Sibylle era stremata dal matrimonio con Mertens. Scrisse che vivere male, essere infelici fa anche peggiorare umanamente.
Tra Sibylle e Adele nacque un'amicizia che poi si trasformò in un grande amore.
Ebbero una relazione di cinque anni inframmezzata da qualche crisi e violentemente avversata da Mertens.
Adele le aveva anche proposto di divorziare e di crearsi una vita in comune (in alcuni regni tedeschi era possibile il divorzio) ma Sibylle non aveva potuto accettare una proposta così rivoluzionaria.
Nel 1835 Sibylle dovette trasferirsi, su prescrizione del suo medico, a Genova. L'Italia con il suo clima più mite della Germania e soprattutto la riviera ligure era terapeutica per molte malattie.
Lei aveva avuto seri problemi causati da una caduta.
Il soggiorno genovese si prolungò più del previsto. Sibylle adorava il cielo azzurro, il mare, la rigogliosa natura, i profumi ma era turbata dalla povertà e dalla inettitudine dei regni italiani, non si facevano migliorie, le avevano sequestrato i libri, c'erano ovunque frontiere e pedaggi, polvere, briganti ma anche alcuni intelligenti intellettuali con cui fece amicizia, di idee molto progressiste come lei.
La chiamavano "La contessa del Reno" nonostante non fosse nobile.
Qui conobbe Laurina Spinola, una giovane vedova poco più che ventenne discendente da una delle più antiche ed aristocratiche famiglie italiane. Laurina aveva un'aria timida e riservata, era nemica degli austriaci invasori del lombardo veneto.
Aveva nove anni meno di Sibylle. Era amica e seguace di Giuseppe Mazzini.
Si parlavano in francese.
Nacque un amore che segnò profondamente le due donne mentre in città scoppiava il colera.
Sibylle e gli altri si rifugiarono in una villa sulle colline e Sibylle si prodigò per aiutare bambini orfani, poveri, donò ingenti somme, salvò opere d'arte - per questo la città le dedicò una strada molto tempo dopo.
Tutti i giorni Laurina le faceva trovare delle rose o gladioli che coglieva in giardino.
Sibylle era finalmente libera e dopo qualche tempo si interrogò sul sentimento tra lei e Laurina.
Non esisteva nella prima parte del 1800 un termine per definire un amore tra due donne. Non c'era nulla a parte i frammenti di Saffo considerati scandalosi.
Nel 1700 era stato coniata in Francia la parola "lesbienne" ma era poco conosciuta ed usata.
Per definire una relazione si diceva "A romantic friendship" in Inghilterra e nella West Coast degli Stati Uniti.
In Germania si chiamava una compagna "Freundin" (amica) stando attenti a non dire Sie ist meine Freundin - che non voleva (e non vuole) dire "lei è la mia amica" ma bensì "lei è la mia ragazza".
Si sapeva che c'erano due donne irlandesi che erano fuggite insieme e che vivevano nel Wales in Inghilterra, le Ladies di Llangollen, amiche del grande poeta William Wordsworth ma l'omosessualità femminile rimaneva celata, non detta, proibita.
Non esistevano modelli di riferimento.
Era avversata dalla società perché metteva in crisi il modello uomo/donna sulla quale si fondava la società, era vista come una stravaganza, quasi una follia.
Nessuno voleva ammettere che i sentimenti nascono spontanei e che laddove non siano dannosi per gli altri vanno lasciati fluire.
Sibylle scrisse nei suoi Diari dopo la prematura morte di Laurina nel 1838: "Un amore simile, così sentiva anche lei, non era comunicabile agli altri, anzi, lo era a malapena a sé stessi.
Non posso parlare con nessuno dei miei sentimenti a riguardo: chi, infatti, potrebbe capirmi?
A volte è un enigma persino per me stessa per la quale alla mia ragione mancano le chiavi (per svelarlo) e la cui soluzione può essere solo intuita nel mio cuore".
Nel frattempo Adele aveva alcuni ammiratori, borghesi che però al momento di fare una seria proposta matrimoniale svanivano: non era ricca. Riceveva lettere affabili di Sibylle ma era un po' offesa con lei.
Per Sibylle, costretta dal marito a tornare in Germania, la morte di Laurina fu un dolore insopportabile.
Quattro anni dopo, nel 1842, Mertens, già ammalato, morì durante un viaggio con una figlia.
Sibylle ne fu scossa ma poche settimane dopo scrisse ad Adele che viveva altrove.
I generi e poi i figli, coalizzati, trascinarono Sibylle in una lunga e complicata causa giudiziaria nonostante lei si fosse comportata bene. Non era in discussione solo un ingente patrimonio ma anche Sibylle stessa: una donna indipendente, vulnerabile e determinata al tempo stesso, appassionata ed esperta (cosa bizzara) di archeologia, di idee progressiste e lesbica era troppo per gli avidi e conformisti eredi di Mertens.
Era l'opposto della donna ottocentesca modello, sottomessa, silenziosa, sposa fedele e virtuosa.
Nel 1848/49 aderì ai moti rivoluzionari che scossero l'Europa. Sperava in una Germania progressista e democratica ma i prussiani sterminarono duecento berlinesi.
Sibylle e Adele fuggirono a Roma.
Adele volle pagare le sue spese e non farle pesare sulla sua compagna ritrovata
Vissero dapprima nella bella via Gregoriana e poi in un appartamento con le finestre sulla fontana di Trevi.
Era una Roma in cui accanto alle celebri rovine c'era la campagna, vicoli, stradine, giardini, cortili con fontane.
Sibylle aprì un salotto letterario in cui si incontravano persone colte, scrittori, amanti dell'arte.
Venne ammessa a partecipare alle riunioni scientifiche dell'Istituto Archeologico, cosa impensabile per una donna allora.
Adele morì nel 1849, aveva 52 anni.
Sibylle a 60 anni nel 1857.
Anni prima erano giunte a Roma in una notte di gran pioggia. La carrozza personale di Sibylle si era rotta e qualcuno aveva dato loro un passaggio fino a un rinomato hotel del centro storico. Tuttavia gli albergatori avevano guardato con sospetto quelle due straniere con abiti piuttosto semplici, spettinate. Sibylle anziché i capelli lunghi fino alla vita, come era d'uso, li portava all'altezza delle spalle. Adele era piuttosto alta e snella.
Poi arrivarono con le torce i numerosi domestici di Sibylle, cameriere e valletti che parlavano in dialetto renano e francese.
Gli albergatori erano allora diventati ossequiosi ed accoglienti e le avevano accompagnate nelle loro stanze.
(copyright 2026)
Sibylle Mertens, the Rebellious Archaeologist
Although Genoa has named a street after Sibylle Mertens (Via Sibilla Mertens) in the Sturla neighborhood in recognition of her contributions to the city, she remains little known in Italy.
She also lived in Rome for many years and is buried in the German Cemetery in the Vatican.
Sibylle Mertens was the first female archaeologist, a passionate collector and scholar of Roman artifacts, coins, and gems. Her collections are housed in prestigious museums such as the British Museum in London, The Metropolitan Museum of Art in New York, the Royal Ontario Museum in Toronto, the Klassik Stiftung Weimar, and the Akademisches Kunstmuseum in Bonn.
Her family, the Schaaffhausens, was from Cologne; they had become very wealthy through the textile trade and later by founding a bank, a lucrative venture in the early days of capitalism.
Her father had married at nearly forty to a thirty-three-year-old woman, the daughter of a Rhine boatman.
This union had been disapproved of by his family, but he had not yielded. In 1797, their only daughter, Sibylle, was born, and a week later, her mother sadly passed away.
She grew up with her father’s second wife—a woman who showed her no affection—and her father’s new children.
She was a unique young girl: pretty, with wavy hair, an intelligent gaze, something slightly exotic in her face with high cheekbones, and an unusually modern air.
She loved playing the piano, for which she had a talent. She had been sent to study at a boarding school in Belgium for girls from good families, but at 19 she had been forced to marry a coarse and hot-tempered 34-year-old, Louis Mertens. One cannot imagine a less successful marriage.
Mertens, a former wine merchant from Bonn who had become a banker, had absolutely no interest in art, music, or good manners. Sibylle—who, as her future relationships would show, was a lesbian—found herself with an insensitive man who was incapable of understanding her.
According to a friend, their marriage was a living hell.
Within a few years, Sibylle had six children, and—worryingly—they had taken after their father!
Sibylle’s sexual orientation is still denied today in various articles; one English essayist speaks of “loyal friendship,” but the German writer Angela Steidele, in her excellent essay “Geschichte einer Liebe: Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens” (2011), having had access to letters and diaries, has historically proven it.
The title translates to “Story of a Love,” and the book recounts the long romantic history between Sibylle and Adele Schopenhauer.
I first encountered Adele Schopenhauer in literature when I read Thomas Mann’s delightful novel "Lotte in Weimar".
She was a writer; some of her works can still be found today, such as the novel "Anne". She also authored a guidebook to Florence.
Adele, too, had a difficult family life: she was the sister of the philosopher Arthur Schopenhauer.
Their mother, Johanna Schopenhauer, a writer, seems to have been a rather demanding person who favored a high standard of living, and Arthur was a misanthrope, devoid of affection and misogynistic (which is not an attack on his philosophy).
He and his mother had a terrible relationship. Adele did not take sides with either of them but remained with her mother.
Johanna Schopenhauer hosted a renowned literary salon in Weimar, whose main attraction was that the elderly Goethe also frequented it and became friends with the young Adele.
When a bank to which Johanna had entrusted all her savings went spectacularly bankrupt, Adele and her mother suffered a major financial collapse. Arthur, who had been more shrewd, continued his solitary and comfortable life, meditating on human nature without helping them.
Ever since her teenage years, Adele had been romantically in love with Ottilie von Pogwisch, a very pretty girl her own age, who would go on to marry August von Goethe in another disastrous marriage.
August was Goethe’s only son. His father, in addition to being the author of "Faust", was also an eclectic, versatile man with a wide range of interests—a painter, botanist, theater director, poet, traveler, and medium—who, at just 25 years old, had become famous thanks to his autobiographical novel written in four weeks, "The Sorrows of Young Werther". It seems that August, on the other hand, was a good-for-nothing young man, quick-tempered, an alcoholic, perhaps uncomfortable in the role of son of the most famous German in the world.
Ottilie reciprocated Adele’s love with a sisterly friendship that lasted a lifetime.
In 1828, Adele met Sibylle. They were the same age, 31.
Adele was brunette, had a kind heart, and drew beautiful silhouettes—those black portraits or compositions so popular at the time, created by meticulously working with cardboard and fine scissors.
She had turned down a marriage to a very wealthy man, a landowner with a fortune of 30,000 thalers, a vast estate, because she longed to meet someone with whom she could share a deep emotional and romantic bond.
Sibylle was exhausted by her marriage to Mertens. She wrote that living poorly and being unhappy also makes one worse as a person.
A friendship blossomed between Sibylle and Adele, which eventually blossomed into a deep love.
Their relationship lasted five years, punctuated by a few crises and fiercely opposed by Mertens.
Adele had even suggested that they divorce and build a life together (divorce was permitted in some German kingdoms), but Sibylle could not bring herself to accept such a revolutionary proposal.
In 1835, Sibylle had to move to Genoa on her doctor’s orders. Italy, with its milder climate than Germany’s, and especially the Ligurian Riviera, was therapeutic for many ailments.
She had suffered serious problems caused by a fall.
Her stay in Genoa lasted longer than expected. Sibylle adored the blue sky, the sea, the lush nature, and the scents, but she was troubled by the poverty and ineptitude of the Italian kingdoms; no improvements were being made, her books had been confiscated, there were borders and tolls everywhere, dust, bandits, but also some intelligent intellectuals with whom she befriended, who held very progressive ideas like her.
They called her “The Countess of the Rhine” even though she was not of noble birth.
There she met Laurina Spinola, a young widow in her early twenties descended from one of Italy’s oldest and most aristocratic families. Laurina had a shy and reserved demeanor; she was an opponent of the Austrian invaders of Lombardy-Venetia.
She was nine years younger than Sibylle. She was a friend and follower of Giuseppe Mazzini.
They spoke to each other in French.
A love blossomed that deeply marked the two women as cholera broke out in the city.
Sibylle and the others took refuge in a villa in the hills, and Sibylle went out of her way to help orphaned and poor children, donated large sums of money, and saved works of art—for this, the city dedicated a street to her many years later.
Every day, Laurina would leave roses or gladiolus for her, which she picked from the garden.
Sibylle was finally free, and after some time, she began to question the feelings between her and Laurina.
In the early 1800s, there was no term to define love between two women. There was nothing except the fragments of Sappho, which were considered scandalous.
In the 1700s, the word “lesbienne” had been coined in France, but it was little known and rarely used.
To describe a relationship, people said "a romantic friendship" in England and on the West Coast of the United States.
In Germany, a female companion was called just a "Freundin" (friend).
It was known that there were two Irish women who had run away together and were living in Wales, in England—the Ladies of Llangollen, friends of the great poet William Wordsworth—but female homosexuality remained hidden, unspoken, and forbidden.
There were no role models.
It was opposed by society because it challenged the male/female model upon which society was founded; it was seen as an eccentricity, almost a madness.
No one wanted to admit that feelings arise spontaneously and that, where they are not harmful to others, they should be allowed to flow.
Sibylle wrote in her Diaries after Laurina’s untimely death in 1838: "Such a love, as she too felt, could not be communicated to others; indeed, it could barely be communicated even to oneself.
I cannot speak to anyone about my feelings on this matter: for who, indeed, could understand me?
At times it is a riddle even to myself, for my reason lacks the keys (to unravel it), and its solution can only be intuited in my heart."
Meanwhile, Adele had a few admirers—middle-class men who, however, vanished when it came time to make a serious marriage proposal: she wasn’t wealthy. She received friendly letters from Sibylle but was a little offended by her.
For Sibylle, forced by her husband to return to Germany, Laurina’s death was an unbearable grief.
Four years later, in 1842, Mertens, already ill, died while traveling with one of his daughters.
Sibylle was shaken by this, but a few weeks later she wrote to Adele, who was living elsewhere.
Her sons-in-law and then her sons, acting in concert, dragged Sibylle into a long and complicated legal battle, even though she had behaved properly. At stake was not only a vast fortune but also Sibylle herself: an independent woman, vulnerable yet determined, passionate and (oddly enough) knowledgeable about archaeology, progressive ideas, and a lesbian—this was too much for Mertens’s greedy and conformist heirs.
She was the opposite of the model nineteenth-century woman: submissive, silent, a faithful and virtuous wife.
In 1848–49, she joined the revolutionary uprisings that shook Europe. She hoped for a progressive and democratic Germany, but the Prussians massacred two hundred Berliners.
Sibylle and Adele fled to Rome.
Adele wanted to cover her own expenses so as not to burden her newly reunited partner.
They lived first on the beautiful Via Gregoriana and then in an apartment with windows overlooking the Trevi Fountain.
It was a Rome where, alongside the famous ruins, there was countryside, alleys, narrow streets, gardens, and courtyards with fountains.
Sibylle opened a literary salon where cultured people, writers, and art lovers gathered.
She was admitted to participate in the scientific meetings of the Archaeological Institute, something unthinkable for a woman at the time.
Adele died in 1849 at the age of 52.
Sibylle at age 60 in 1857.
Years earlier, they had arrived in Rome on a night of heavy rain. Sibylle’s personal carriage had broken down, and someone had given them a ride to a renowned hotel in the historic center. However, the innkeepers had eyed those two foreigners with suspicion—they were dressed rather simply and had disheveled hair. Instead of wearing her hair down to her waist, as was customary, Sibylle wore it shoulder-length. Adele was rather tall and slender.
Then Sibylle’s numerous servants arrived with torches—maids and valets who spoke in the Rhineland dialect and French.
The innkeepers then became obsequious and welcoming and escorted them to their rooms.
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